Dem „Ellend“ auf der Spur.

Eine der Melodien, die mich am längsten begleitet, seitdem ich mich mit mittelalterlicher Musik beschäftige, ist der sogenannte „Jakobston“ oder „Jakobsruf“. Immer wieder taucht diese Melodie in sporadischen Abständen in meinem Umkreis auf. Sei es auf einer CD-Aufnahme oder bei einem eigenem Konzert. Als vor wenigen Wochen die Aufführung dieses Stücks in einem etwas „ernsteren“ Kontext eine Option war, stand für mich die Frage im Raum: Wo kommt das Stück eigentlich her? Eine Frage, die ich bis dato etwas vernachlässigt hatte, da es keinerlei Grund gab, diese Melodie ernsthaft zu hinterfragen. Ich begab mich also auf eine Spurensuche. Das Ergebnis dieser Suche war für mich unerwartet spektakulär.

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Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Man bildet sich ja doch ein, wenigstens eine Übersicht über das Repertoire mittelalterlicher Musik zu haben. Aber immer wieder mal wird man eines Besseren belehrt. Mir kürzlich so geschehen mit dem Bayeux-Chansonnier, Paris, Bibliothèque nationale, Français 9346. Bekannt ist mir diese Handschrift schon seit einer Weile, muss zu meiner Schande aber gestehen, dass ich diese mental unter „einstimmig – langweilig“ abgespeichert hatte. Vor einigen Tagen aber blätterte ich in einer Mußestunde etwas im Bayeux-Chansonnier, (wie auch in einer zweiten Handschrift mit einstimmigen französischen Chansons des 15. Jahrhunderts, Paris, Bibliothèque nationale, Français 12744)  und stellte überrascht fest: das Repertoire ist ja richtig schön! Weiterlesen